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Die schönsten Beine Markranstädts und ein Hauch von California Dream Boys. Markranstädter Carneval Club startet mit närrischem Programm in seine 55. Session

Markranstädt (Von Jörg ter Vehn). Tolle Tänzer, aufwändige Kostüme, viele Gags, Schunkellieder und ein paar politische Anspielungen: Der Markranstädter Carneval Club (MCC) weiß, wie man närrisch feiert. Erst recht in seinem 55. Jubiläumsjahr.
Die Stadthalle war Samstagabend zur ersten karnevalistischen Feier der Session fast ausverkauft, als mit der Funkengarde “die schönsten Beine Markranstädts” (Hofmarschall Thomas König) das Showprogramm eröffneten. Das Prinzenpaar Andrea IV. und Micha IV. proklamierte darauf die Kussfreiheit, die närrische 5. Jahreszeit konnte beginnen.

Jugendgarde, Juniorengarde, Weiberrat, Funkengarde – die starken Tanzgruppen des MCC wirbelten mal in ihren Uniformen, mal fantasievoll kostümiert als Pyjamaparty, als lustige Enten, als Wild-West- oder Badewannen-Show über die Bühne. Wahre Kreischstürme ernteten jedoch die Männer um Vortänzer “Molly” bei ihrem Auftritt. Die stacheligen Kerle zeigten viel Bein und Bewegung, ließen am Ende sogar alles bis auf schwarzen Slip und Unterhemd fallen, so dass jeder Zuschauerin hinterher klar war: Die California Dream Boys haben ernsthafte Konkurrenz in Markranstädt bekommen. Nur am Waschbrettbauch müsste noch gearbeitet werden…

Sketche wie die der “Springer” des Vereins um das Treiben in Markranstädter Arzt-Wartezimmern oder von Thomas Koch um seine Erlebnisse mit Handwerkern lockerten das Programm auf. “De Goldgählschen”, eine im Vorjahr gegründete Schunkellieder-Truppe, luden zudem mit ihren Liedern zum Mitsingen ein, die Texte dazu gab’s auf einer Leinwand gleich neben der Bühne.

Närrische Bissigkeiten verteilte schließlich “Nachtwächter” Micha Unverricht in der Bütt. Markranstädt werde ins Buch der Rekorde aufgenommen, verkündete er. “In der Rubrik ‘Wieviel Straßen reiße ich auch einmal auf”, sagte er. “Da kam ja Napoleon damals besser durch als wir in diesem Jahr”, spielte er auf den Umbau der Leipziger Straße und gleichzeitige Arbeiten auf Umleitungsstraßen an. Auch Bürgermeister Jens Spiske, der im Kreise von Freie-Wähler-Stadträten und Vertretern der Aktiven Jugend im Saal am Bier nippte, bekam erwartungsgemäß sein Fett weg. Der sei “richtig geschickt”, gestand Unverricht. “Nur keiner weiß, von wem.”

“Oho” – immer wieder schallte der Schlachtruf der Lallendorfer durch den Saal, zum Finale mit allen Teilnehmern auf der Bühne geriet der Saal bei der MCC-Hymne so richtig schön ins Schunkeln. Mehr davon soll es im Frühjahr geben. Dafür würden drei verschiedene Programme vorbereitet, so Hofmarschall Thomas Koch. Einen Vorgeschmack gaben “De Goldgählschen mit der Premiere ihres Jubiläumsliedes. Wie hieß es dort: “Ein Dankeschön an die Aktiven. Lasst Euch niemals unterkriegen!”

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Anmut, Grazie und viel Spaß am Parodieren: Die Männer um Molly (Mitte) wollen tanzen, lassen später beinahe alle Hüllen fallen. Foto: André Kempner

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