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Narren mit heftigem Tanzfieber

Wenn es ein amtliches Qualitätssiegel für hochkarätigen Karneval gäbe, dann hätten sich die zahlreichen Akteure vom Markranstädter Carneval Club (MCC) diesen Preis redlich verdient. Am Sonnabend stellten sie das in der Stadthalle erneut unter Beweis.

01032013

Markranstädt (Bert Endruszeit). „Magische Momente“ heißt das Motto der 53. Markranstädter Narrensaison. Ihren ganz persönlichen magischen Moment erlebte das diesjährige Prinzenpaar Nadine und Christian schon vor zwei Jahren mit seiner Hochzeit. Und so war es für die beiden Hoheiten auch kein Problem, ihren Kuss zu Beginn der Veranstaltung besonders innig zu präsentieren.

Fast schon magisch ist der Zuspruch, den die Markranstädter Karnevalisten erfahren. Die Besucher lassen die Veranstalter nicht hängen, und auch neue Mitstreiter können immer wieder fürs Mitmachen begeistert werden. Mittlerweile gibt es angesichts von Jugend- und Juniorengarde schon mehr jüngere als ältere Mitglieder. „Wenn ich die Bühne sehe bin ich einfach nur begeistert“, so der sichtlich gerührte Vereinspräsident Uwe Heydel. „Ich habe keinen Tag bereut, den ich für diesen Verein tätig bin.“

Und es ist nicht nur die reine Zahl, die immer wieder fasziniert: Aufwändig ausgearbeitete Choreographien und sorgfältig geschneiderte Kostüme zeigen, dass der MCC auch tänzerisch längst in der Oberklasse spielt.

Apropos Spiel: Keine Frage, dass die Markranstädter Narren auch in diesem Jahr mit frechen Sketchen glänzten. Angesichts einer überaus „abwechslungsreichen“ Kommunalpolitik ist das auch kein Wunder – die Textautoren konnten buchstäblich aus dem Vollen schöpfen. So war auch der noch immer unbesetzte Bürgermeisterstuhl ein Thema. „Macht es mir doch nicht so schwer und gebt den Rathausschlüssel her“, flehte ein von Peter Reichelt gespielter Wahlsieger. Doch die Chancen auf den begehrten Türöffner stünden schlecht, entgegnete Hofmarschall Torsten Koch: „Eher wird Bundeskanzler Philipp Rösler den Berliner Flughafen eröffnen, als dass Sie den Rathausschlüssel bekommen.“

Auch aus der Bütt heraus wurden die jüngsten Ereignisse rund ums Rathaus thematisiert. Bald würde ein anderer Wind wehen. So werde es am 1. Mai künftig im Stechschritt am Markranstädter Dreigestirn vorbeigehen, kündigte Büttenredner Micha an. „Namen nenne ich keine, sonst biste morgen im Facebook gleich wieder der Held.“ Einen kleinen Hinweis auf die Identität des Dreigestirns gab er aber doch. „Mit großem Schwung übern Berg an die Spitze.“ Kein Wunder, dass diese Bemerkung bei den Besuchern für Begeisterung sorgte.

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