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99 Quadratmeter Unabhängigkeit / Markranstädter Carneval Club baut eigenen Probenraum und hofft auf Preisgeld des Enviam Städtewettbewerbs

Markranstädt. Im Rahmen des Kinderfestes kämpft die Stadt Markranstädt Anfang Juli beim Enviam-Städtewettbewerb um bis zu 12000 Euro Preisgeld. Dieses wird, wenn die Markranstädter die meisten Kilometer erradeln, einem gemeinnützigen Zweck zugutekommen. Gleich drei Vereine bewerben sich darum mit je einem Projekt, die Bürger können ihren Favoriten beim Kinderfest wählen.

Drei Funkengarden mit insgesamt 60 Tänzerinnen, der zwölfköpfige Weiberrat und das Männerballett gehören zum Carneval Club Markranstädt – sie alle müssen proben, tanzen und sich fit halten. Bisher mussten die Aktiven des Carneval Clubs dafür immer in die Stadthalle oder in das Sportcenter. Doch die Trainingszeiten dort sind beschränkt, zudem muss der Verein jedes Jahr viel Geld für die Nutzung bezahlen. “Langfristig ist das für uns ein zu hoher Kostenfaktor”, sagt Ullrich Eberhardt, der im Verein für die Finanzen zuständig ist.

Deshalb bauen die Karnevalisten derzeit einen Probenraum: Er entsteht oberhalb des Vereinsraums in der Schkeuditzer Straße, der in einem bisher einstöckigen Gebäude untergebracht ist. In der seit einem Monat im Bau befindlichen zweiten Etage auf dem alten Dach soll zukünftig Sport getrieben werden.
Vor allem kurz bevor die Karnevalssaison losgeht, wird besonders viel geübt. “Da ist es sehr gut, wenn wir mit einem eigenen Probenraum von den öffentlichen Hallen unabhängig trainieren können”, sagt Eberhardt. Zehn Jahre hat der Verein auf dieses Vorhaben gespart, doch wie so oft wird vieles teurer als erwartet. Zunächst war die Treppe so geplant, dass sie nach außen führt. Doch im Winter könne man kleinen Kindern nicht zumuten, in Sportbekleidung erst an die kalte Luft gehen zu müssen, um zur Toilette zu gelangen, erklärt Eberhardt. Nun soll die Treppe also verlegt werden.

Viele der Arbeiten erledigen die Clubmitglieder in Eigenleistung: Regelmäßig treffen sie sich am Wochenende, dann verlegen sie zum Beispiel die Elektrik. “Anders könnten wir dieses Vorhaben gar nicht stemmen”, erklärt Eberhardt.
Ziel ist es, zum 11. November den 99Quadratmeter großen Raum an die Kinder zu übergeben. Doch bis dahin ist noch viel zu tun: Es muss geputzt und gemalert werden. Am Ende soll der Gymnastikraum mit zwei Spiegeln für die Tänzer und mit Videotechnik ausgestattet werden, damit ein effektives Tanztraining möglich ist.

Einer der nächsten Kostenpunkte ist der Sportboden, der in den Probenraum eingezogen werden soll. 12000 Euro kostet er – und damit genauso viel wie der erste Preis beim Enviam Städtewettbewerb einbringen könnte. “Wir hoffen natürlich auf viele gefahrene Kilometer”, sagt Eberhardt. Auch die Karnevalisten und die Mädchen der Funkengarden wollen kräftig in die Pedale treten und hoffen auf die Stimmen der Markranstädter. Kerstin Leppich

01072011
Ullrich Eberhardt im Probenraum in der Schkeuditzer Straße: Wo derzeit noch rohes Mauerwerk steht, sollen Funkenmariechen bald üben können.

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